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Wasserversorgungsverband
Mauracherberg

Zum Motto des Weltwassertages 2022 am 22. März: „Unser Grundwasser – der unsichtbare Schatz“

AöW-Präsident Prof. Scheuer: "Der Umgang mit unserem Grundwasser muss verbessert werden. Die öffentliche Wasserwirtschaft ist der Garant dafür, dass ressourcenschonend und mit Langfristperspektive gearbeitet wird."

Gummersbach/Berlin. Prof. Lothar Scheuer, AöW-Präsident: "Aktuelle Beispiele an Nutzungskonkurrenzen um das Grundwasser gibt es zuhauf: Die Bemühungen im Hessischen Ried, die Diskussionen um Wasser aus der Lüneburger Heide für Städte im Norden, neue Coca-Cola-Förderbrunnen in Niedersachsen, der Wasserbedarf des Tesla-Werks in Brandenburg oder die Ansiedlung eines Batteriewerks im Saarland sind nur einige der jüngsten Beispiele, die öffentliches Interesse fanden. Und solche Fälle werden zunehmen.
Wir müssen noch stärker Wert schätzen, was wir an Trinkwasserressourcen noch haben und diese nicht leichtfertig aufgrund von einzelnen wirtschaftlichen Interessen aufs Spiel setzen - Wasser muss für alle da sein. So wird trotz der bestehenden Rechtslage, die den Vorrang der öffentlichen Wasserversorgung gewährleisten soll, deren wachsender Bedeutung in der Praxis nicht immer hinreichend Rechnung getragen. Wir sprechen uns für den konsequenten Vorrang der öffentlichen Wasserversorgung aus und fordern die Politik auf, in anderen Sektoren den sparsamen und sorgsamen Umgang mit Wasser voranzubringen.
Gerade für die praktische Umsetzung ist die Ausstattung mit qualifiziertem Personal und ausreichenden Finanzmitteln essentiell. Das Problem drängt sich in den wasserpolitischen Themenfeldern immer wieder auf und muss vorrangig angegangen werden, sowohl auf Seiten der Behörden, als auch in der öffentlichen Wasserwirtschaft, als auch der nachgelagerten Auftragnehmer. Hierzu fehlt es auch an Antworten aus der Politik.
Der Umgang mit unseren Grundwasserressourcen muss verbessert werden. Dazu gehört, noch stärker den gesamten Wasserkreislauf in den Blick und sämtliche Verursachenden darin angemessen in die Verantwortung zu nehmen. Die Lösungsstrategien dazu zielen auf Vorsorge, Vermeidung und Kostentragung ab. Hier ist die Bundesregierung mit den Ländern in der Pflicht, endlich in die praktische Umsetzung zu kommen. Dafür muss die Nationale Wasserstrategie aber auch der Streit um die Umsetzung der Nitratrichtlinie vorangebracht werden.
Nachhaltigkeit und Gemeinwohlorientierung sind für die öffentliche Wasserwirtschaft erfolgreiche Grundlage, um auch die Weiterentwicklung des Wassermanagements ökonomisch wie ökologisch effizient voranzutreiben. Damit ist die öffentliche Wasserwirtschaft der richtige Partner für intelligente und regional angepasste Lösungen, um die Bewirtschaftung der begrenzten Ressource auch künftig verantwortungsvoll und nachhaltig auszugestalten."
Näheres:
  • AöW-Positionspapier Nutzungskonkurrenz über Wasserressourcen, https://aoew.de/umweltschutz/klimafolgenanpassung/aoew-positionspapier-nutzungskonkurrenz-ueber-wasserressourcen/
  • AöW-Interview mit AöW-Vizepräsident Olaf Schröder, "Der klimaresiliente Umbau der Strukturen ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die vernetztes Denken und nachhaltige Konzepte braucht. Wir bringen die Erfahrung der Wasserwirtschaft aktiv mit ein", https://aoew.de/umweltschutz/vorrang-fuer-trinkwasser/vorrang-gemeinwohlorientierung-foerderprogramme-interview/